Morbus IKEA
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Es fängt immer harmlos an - mit dem Wunsch, zu Hause etwas zu verändern.
Und wieder reichen die Finanzen leider nicht, um sich wirklich gut verarbeitete, solide Möbel zu kaufen. Die würde jemand liefern und aufbauen - ein Traum!
Also doch wieder schwedische Möbel zum Selbstaufbau.
Und wieder reichen die Finanzen leider nicht, um sich wirklich gut verarbeitete, solide Möbel zu kaufen. Die würde jemand liefern und aufbauen - ein Traum!
Also doch wieder schwedische Möbel zum Selbstaufbau.
Ein Blick in den Katalog, ein Zollstock, ein Taschenrechner .... die positive Veränderung im Schlafzimmer lässt sich tatsächlich auch mit begrenztem Budget umsetzen.
Handwerklich geschickt bin ich ja und habe schon unzählige Montageanleitungen erfolgreich umgesetzt.
„Malm“ soll es sein, die Kommode mit 4 Schubladen, verpackt in einem Karton mit über 40 kg Gewicht - und ich brauche drei Stück davon.
Selbst ist die Frau, das kriege ich schon hin.
Bei IKEA in der SB-Halle stelle ich fest, dass über 40 kg eine Menge sind, wenn das Paket dazu noch total unhandlich ist. - Kein Helfer in Sicht. Also positioniere ich den Wagen vor dem Regal und schiebe das erste Paket darauf. Wie schön wäre es jetzt, wenn jemand den Wagen festhalten könnte - der rollt nämlich weg, als ich das Paket gerade mit dem ersten Drittel aufgelegt habe. Schweissgebadet und ein paar blaue Flecken später liegen alle drei Kartons übereinander auf dem Wagen. Für den Parkplatz organisiere ich mir dann doch lieber einen Helfer zum Anpacken - über die Ladekante des Autos kann ich die Pakete wirklich nicht alleine wuchten.
Zu Hause hilft mir meine Nachbarin, die Pakete in den Flur zu schleppen. Dort lasse ich sie einfach stehen und hole Brett für Brett aus den Kartons.
Ich lese sogar die Aufbauanleitung - zumindest bei der ersten Kommode, die ich unfallfrei aufbaue. Die Zweite schaffe ich jetzt ohne Blick in die Anleitung, denke ich.
Komisch, dieses Mal habe ich viel zu viele Nägel für die Rückwand übrig und setze die Abstände etwas enger als bei der ersten Kommode. Als fast alle Nägel verbraucht sind, fällt mir auf, dass ich das oberste Regalbrett vergessen habe - ich montiere es nachträglich und habe zu wenig Nägel, um die Rückwand daran zu befestigen ...
Die dritte Kommode baue ich wieder MIT Anleitung auf.
Langsam schwinden meine Kräfte - ich habe gerade mal die Hälfte der Schubladen zusammen geschraubt und fühle mich wie früher, wenn man zu lange in der Disco war. Nein, ich gebe nicht auf! Das wird heute noch fertig gemacht. Nur noch drei Schubladen, nur noch zwei Schubladen ... die Letzte schaffe ich beim besten Willen nicht mehr. Es ist 1 Uhr nachts und ich bin völlig am Ende. Ich habe natürlich verdrängt, dass ich alle Kleidungsstücke, die vorher im alten Schrank waren, auf meinem Bett verteilt habe und bin gezwungen, die neuen Kommoden noch einzuräumen.
Im Bett spüre ich einen Erschöpfungsschmerz in allen Gliedmaßen, alles dreht sich und ich sehe nur Bretter, Holzdübel und Schrauben vor mir, bevor ich in einen todesähnlichen Tiefschlaf falle.
Die Überraschung erlebe ich am nächsten Morgen - ein unerträglicher Muskelschmerz in Oberschenkeln und Oberarmen - wahrscheinlich vom Schrauben in der Hocke. Ich gehe zwei Mal pro Woche in die Muckibude und dachte bis heute, ich bin durchtrainiert. Ein Irrglaube ...
Unter Schmerzen schraube ich die letzte Schublade zusammen und ignoriere dabei tapfer die Blase, die sich gestern unterhalb des Ringfingers gebildet hat. Treppensteigen ist heute fast unmöglich, so schmerzen meine Beine. Aber: die Kommoden sehen toll aus - und ich vergesse ganz schnell, warum diese Möbel so preisgünstig sind.
Morbus IKEA klingt übrigens nach zwei Tagen wieder ab.
Handwerklich geschickt bin ich ja und habe schon unzählige Montageanleitungen erfolgreich umgesetzt.
„Malm“ soll es sein, die Kommode mit 4 Schubladen, verpackt in einem Karton mit über 40 kg Gewicht - und ich brauche drei Stück davon.
Selbst ist die Frau, das kriege ich schon hin.
Bei IKEA in der SB-Halle stelle ich fest, dass über 40 kg eine Menge sind, wenn das Paket dazu noch total unhandlich ist. - Kein Helfer in Sicht. Also positioniere ich den Wagen vor dem Regal und schiebe das erste Paket darauf. Wie schön wäre es jetzt, wenn jemand den Wagen festhalten könnte - der rollt nämlich weg, als ich das Paket gerade mit dem ersten Drittel aufgelegt habe. Schweissgebadet und ein paar blaue Flecken später liegen alle drei Kartons übereinander auf dem Wagen. Für den Parkplatz organisiere ich mir dann doch lieber einen Helfer zum Anpacken - über die Ladekante des Autos kann ich die Pakete wirklich nicht alleine wuchten.
Zu Hause hilft mir meine Nachbarin, die Pakete in den Flur zu schleppen. Dort lasse ich sie einfach stehen und hole Brett für Brett aus den Kartons.
Ich lese sogar die Aufbauanleitung - zumindest bei der ersten Kommode, die ich unfallfrei aufbaue. Die Zweite schaffe ich jetzt ohne Blick in die Anleitung, denke ich.
Komisch, dieses Mal habe ich viel zu viele Nägel für die Rückwand übrig und setze die Abstände etwas enger als bei der ersten Kommode. Als fast alle Nägel verbraucht sind, fällt mir auf, dass ich das oberste Regalbrett vergessen habe - ich montiere es nachträglich und habe zu wenig Nägel, um die Rückwand daran zu befestigen ...
Die dritte Kommode baue ich wieder MIT Anleitung auf.
Langsam schwinden meine Kräfte - ich habe gerade mal die Hälfte der Schubladen zusammen geschraubt und fühle mich wie früher, wenn man zu lange in der Disco war. Nein, ich gebe nicht auf! Das wird heute noch fertig gemacht. Nur noch drei Schubladen, nur noch zwei Schubladen ... die Letzte schaffe ich beim besten Willen nicht mehr. Es ist 1 Uhr nachts und ich bin völlig am Ende. Ich habe natürlich verdrängt, dass ich alle Kleidungsstücke, die vorher im alten Schrank waren, auf meinem Bett verteilt habe und bin gezwungen, die neuen Kommoden noch einzuräumen.
Im Bett spüre ich einen Erschöpfungsschmerz in allen Gliedmaßen, alles dreht sich und ich sehe nur Bretter, Holzdübel und Schrauben vor mir, bevor ich in einen todesähnlichen Tiefschlaf falle.
Die Überraschung erlebe ich am nächsten Morgen - ein unerträglicher Muskelschmerz in Oberschenkeln und Oberarmen - wahrscheinlich vom Schrauben in der Hocke. Ich gehe zwei Mal pro Woche in die Muckibude und dachte bis heute, ich bin durchtrainiert. Ein Irrglaube ...
Unter Schmerzen schraube ich die letzte Schublade zusammen und ignoriere dabei tapfer die Blase, die sich gestern unterhalb des Ringfingers gebildet hat. Treppensteigen ist heute fast unmöglich, so schmerzen meine Beine. Aber: die Kommoden sehen toll aus - und ich vergesse ganz schnell, warum diese Möbel so preisgünstig sind.
Morbus IKEA klingt übrigens nach zwei Tagen wieder ab.